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Unser Blog erscheint regelmäßig mit neuen Beiträgen aus den Themenbereichen der Anforderungsvermittlung und agilen Skalierung.

Notizbuch mit Anforderungsfabrik Logo Kugelschreiber daneben

Prozesstransparenz als Basis für die Anforderungsvermittlung

Oranger Richtungspfeil mit Zahnrad in der Mitte

Ausgangspunkt für das Requirements Engineering

Die Methode des Requirements Engineering (RE) hilft Anforderungen in unterschiedlichen Situationen, mit beliebigen Fragestellungen systematisch und strukturiert, sowohl klassisch als auch agil zwischen unterschiedlichen Stakeholdern zu vermitteln. Als Resultat wird bei richtiger Anwendung des RE, so ein gemeinsames Verständnis bzgl. der Anforderungen, zwischen allen Beteiligten (Stakeholdern) erreicht.

Unsere Projekte in verschiedensten Industrien (Telekommunikation, Handel, Versicherungen, etc.) haben gezeigt, dass es unabdingbar ist, die fachlichen Abläufe des RE-Umfeldes in adäquater Tiefe zu verstehen. Nur so lassen sich die entsprechenden Anforderungen in der benötigten Qualität (richtig und vollständig) ermitteln.

 

Herausforderung an das Requirements Engineering durch die Digitalisierung

Mit Eintritt in das asynchrone Internetzeitalter (Web 2.0), spätestens aber seit der darauf aufbauenden „Digitalisierung“ ganzer Wertschöpfungsketten, werden die durch das RE zu berücksichtigenden fachlichen Abläufe (Prozesse) stetig komplexer. Es gibt immer mehr Schnittstellen und es sind immer mehr Stakeholder, bei der Entwicklung von Lösungen (Produkten, Dienstleistungen, etc.) zu berücksichtigen. Lösungen, die im Zeitalter der vierten industriellen Revolution voraussetzen, dass die Ergebnisse (Daten) all dieser unterschiedlichen fachlichen Abläufe nahtlos und in Echtzeit ausgetauscht werden können.

Das RE muss sich zum einen darauf einstellen, auch bei vermeintlichen Standardanforderungen (Typ Basismerkmale) mit stetig steigender Diversifikation bei den beteiligten Akteuren (Menschen, Organisationen, IT-Systemen, Prozessen) umgehen zu können, auf Grund immer heterogener werdender RE-Umfelder. Zusätzlich fordern immer individuellere Kundenwünsche, Organisations- und Systemgrenzen überschreitend das RE heraus.

Als Requirements Engineers, die mit diesen komplexen RE-Umfeldern aus immer wieder neuen, unbekannten Abläufen, wechselnden Ansprechpartnern und individueller werdenden Kundenwünschen herausgefordert werden, müssen wir uns innovativ überlegen wie wir das RE, als unseren Werkzeugkasten auf diese Herausforderungen vorbereiten, frei nach der Missionsbeschreibung des Raumschiff Enterprise:

  • (RE has) To explore strange new worlds so seek out new life and new civilizations to boldly go where no man has gone before

 

Anforderungen richtig und vollständig ermitteln per „BPMN-RE-Matching“

Business Process Model and Notation (BPMN) als Prozessmodellierungssprache zur standardisierten Visualisierung von Arbeitsabläufen (und darüber hinaus) hilft mir dabei mit der o.g. Herausforderung, eines stetig komplexer werdendes RE-Umfeldes umzugehen. BPMN liefert mir dazu die Grund(RE)aspekte (z.B. Akteur, Objekt, Prozesswort, …) zur Ermittlung und richtigen Dokumentierung von Anforderungen z.B. in Satzschablonen, sowie Informationen zur Feststellung auf deren Vollständigkeit.

Darüber hinaus initiiert die Entwicklung von Prozessmodellen einen Wissensaustausch über Abteilungs- oder „Verantwortungsgrenzen“ hinweg. Stakeholder werden im wahrsten Sinne an einen (Modellierungs)-Tisch gebracht.

1. Hauptpfad (BPMN-Happy-Path) eines Geschäftsprozesses erstellen (Zielgruppengerecht / mit BPMN-Modellierungselemente-Auszug)

Flussdiagramm eines Bestellprozess

2. Essenzielle RE-Aspekte des RE-Umfeldes (Kontextes) aus Hauptpfad identifizieren

Tabellarisch dargestellter Prozess der Anforderungsvermittlung

3. Anforderungen aus BPMN-Happy-Path/ BPMN-RE-Matchingtabelle ableiten (erheben) und z.B über Satzschablonen (natürlichsprachig) strukturiert dokumentieren:

  1. Klassisch – z.B:
    • ID-1/2-5-3-4: „Falls“ eine „Pizzabestellung“ durch einen „Pizzakunden“ „eingeht“, soll die „Bestellungsan- & ausgabe“ die „Pizzabestellung“ „annehmen“.
    • ID-1/2-4-5: Die „Küche“ muß so gestaltet sein, dass beim Backen die „Hygieneverordnung“ berücksichtigt werden kann.
  2. Agil – z.B.:
    • ID-1/2-4-7: Die „Pizzeria“ möchte von einem „Pizzakunden“ eine „Pizzabestellung annehmen“ können, um eine Pizza an den Pizzakunden zu liefern“.

 

Fazit:

Durch die Entwicklung eines Happy Path mit BPMN können alle Akteure, menschliche wie technische, bei der Ermittlung der richtigen und vollständigen Anforderungen berücksichtigt werden. Sämtliche essenzielle Aspekte lassen sich durch Anwendung angemessener Modellierungselemente identifizieren. Es steht eine solide und abgestimmte Datenbasis zur weiteren Anforderungsdetaillierung zur Verfügung.

So schaffen Sie es, Anforderungen auch in disruptiven Zeiten der Digitalisierung, systematisch und strukturiert, richtig und vollständig zu ermitteln.

Profilbild des Mitarbeiter Philippe Lepelmann

Über den Autor

Philippe Lepelmann ist Berater mit den Schwerpunkten Business Analyse und Anforderungsmanagement (Requirements Engineering). 

Sein Einsatz in Kundenprojekten umfasst neben dem Stakeholdermanagement das Ermitteln, Prüfen und Dokumentieren von Anforderungen, insbesondere an der Schnittstelle zwischen Fachbereich (Business) und Entwicklung (IT).  

Seine besondere Stärke liegt in der Koordination und Steuerung des Entwicklungsvorhabens mit den beteiligten Stakeholdern und der Übertragung des fachlichen Kundenbedarfs in Systemanforderungen oder Backlog Items (User Stories).

Über den Autor

Profilbild des Mitarbeiter Philippe Lepelmann

Philippe Lepelmann ist Berater mit den Schwerpunkten Business Analyse und Anforderungsmanagement (Requirements Engineering). 

Sein Einsatz in Kundenprojekten umfasst neben dem Stakeholdermanagement das Ermitteln, Prüfen und Dokumentieren von Anforderungen, insbesondere an der Schnittstelle zwischen Fachbereich (Business) und Entwicklung (IT).  

Seine besondere Stärke liegt in der Koordination und Steuerung des Entwicklungsvorhabens mit den beteiligten Stakeholdern und der Übertragung des fachlichen Kundenbedarfs in Systemanforderungen oder Backlog Items (User Stories).

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