Es ist essentiell wichtig, dass man weiß, wer der Kunde ist und was benötigt wird, um so eine Lösung zu realisieren, die der Kunde auch wirklich wünscht. Mit Hilfe des Werkzeugkoffers unterstützt der Anforderungsvermittler genau dort, den fachlichen Bedarf des Auftraggebers zu formulieren und diesen den Stakeholdern zu beschreiben. Es reicht dabei nicht aus, dass der Bedarf nur am Anfang einmal definiert wurde und danach nicht mehr auf Veränderung und Weiterentwicklung überprüft wird. Er sollte regelmäßig validiert werden, bspw. nach einer Projektphase oder Entwicklungsiteration.

Durch einen klar definierten Bedarf wird das Risiko verringert ein falsches System zu entwickeln. Denn nur so erlangt man ein besseres Verständnis des eigentlichen Problems. Des Weiteren ist es eine gute Grundlage für die ersten groben Schätzung von Entwicklungsaufwand und potentiellen Kosten.

„Das Requirements Engineering als erster Schritt der Systementwicklung beeinflusst maßgeblich den Erfolg eines Projektes.“

IREB® – International Requirements Engineering Board

Empfehlung

Als klare Empfehlung gilt stets das direkte Gespräch, z.B. mit dem Auftraggeber und dem Projektleiter. Durch kurze Feedbackschleifen lassen sich Missverständnisse vermeiden. Wenn dennoch Missverständnisse entstanden sind, sollte man diese schnell auflösen. Nur mit einem klaren gemeinsamen Verständnis lässt sich der Kundenbedarf ermitteln und somit der Projektnutzen verstehen.

Werkzeuge

Allen voran sind Fragetechniken das Werkzeug, welches vorrangig gewählt werden soll. Zu Beginn bieten sich offene W-Fragen an (z.B. Was soll erreicht werden? Wer ist beteiligt?). Zur Konkretisierung können anschließend geschlossene Fragen (die mit Ja oder Nein beantwortet werden) oder auch reflektierende Fragen zur Vorbeugung von Missverständnissen eingesetzt werden (z. B.: Soll das Projektbudget ausschließlich fremdfinanziert werden?) Zusätzlich empfehlen sich sinnvoll eingesetzte Visualisierungselemente. Hierbei sind neben dem gesprochenen Wort und Textpassagen jegliche Visualisierung zur Bedarfsformulierung hilfreich. Es können z. B. während der Bedarfsermittlung zur Verdeutlichung Skizzen oder Modelle angefertigt werden. Auch nach der Bedarfsermittlung ist das Festhalten von Ergebnissen mittels unterschiedlicher Visualisierungselemente möglich. Optional, aber dennoch empfehlenswert, ist die Nutzung eines Leitfadens zur Bedarfsformulierung. Dieser kann hilfreich sein, um verschiedenste Aspekte, die für die Ermittlung relevant sein könnten, strukturiert abzufragen.

Ergebnis

Ziel der Aktivität “Bedarf formulieren” ist es den Kundenbedarf/Projektnutzen verstanden zu haben. Man sollte dabei den Bedarf alle Beteiligten verständlich und prägnant formulieren können, um zu validieren, ob man den Bedarf wirklich verstanden hat. Im Idealfall ist der Bedarf in einem Satz formuliert. Das ist manchmal schwieriger als gedacht, insbesondere, wenn viele Interessenvertreter mitreden. Dennoch sollte eine einfach verständlich und prägnante Formulierung des Bedarfs angestrebt werden.

Hinweis

Ein klarer Hinweis ist es stets, nie zu viel Zeit auf die Formulierung des Bedarfs zu verwenden. Daher ist es wichtig den Fokus darauf zu haben, dass man versteht, worum es geht. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass der Bedarf regelmäßig validiert werden muss - den Bedarf von Anfang bis Ende nicht aus den Augen verlieren.

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